1999 - 2016 | CAFE EUROPA

1999 gilt das Cafe Europa als verbrannte Erde. Die neue Betreibergesellschaft CE GmbH half jedoch zum Ende des Jahrtausends dem Cafe Europa aus der Asche. Im Retro-Stil enstand ein liebevoll restauriertes Cafe Europa. Die neuen Betreiber haben sich zum Ziel gesetzt, das Cafe Europa in seinem alten Glanz wieder erstrahlen zu lassen und mit einem soliden und modernen Entertainment, die Gäste zurückzugewinnen, die in den letzten 15 Jahren den Glauben an den Traditionsclub am Jahnplatz verloren hatten. Bis zur Eröffnung des heutigen Cafe Europa sorgten viele unvergessene Partys bis September 1999 für den Grundstein des heutigen Programms.

Nach der Eröffnung, am 2. Oktober 1999, konnte die CE GmbH Anfang 2000 die heutige fast4ward GmbH für sich gewinnen, die sich zunächst als Samstags-Veranstalter verantwortlich zeigte. Seit dem 5. Januar 2001 und dem neuen Freitags- Konzept "Fridays", ist die fast4ward GmbH der Veranstalter an allen Öffnungstagen. Seitdem arbeiten die Betreiber Gesellschaft CE GmbH und die Veranstalter Gesellschaft gemeinsam im Cafe Europa. Seit März 2004 gibt es einen zusätzlichen Öffnungstag jede Woche. Mit eigenständigem Programm und einigen studentischen Vergünstigungen komplettiert seitdem der Mittwoch die Cafe Woche.

Seit der Eröffnung 1999 folgten viele Modernisierungsmaßnahmen: So wurde im Mai 2001 eine Klima- und Lüftungstechnik installiert und das Cafe Europa ist seitdem einer der wenigen vollklimatisierten Clubs in Deutschland. Darauf folgte der Ausbau des Backstage-Bereichs im August 2001. Seit September 2003 ergänzt das Penthouse, der Club im Club mit eigenständiger Musik das Programm im Cafe Europa und die Cocktail-Bar das Getränkeangebot. Im September 2004 wurde die untere Etage modernisiert. Neben neuen Theken, einer neuen Bühne mit neuem DJ Pult wurde außerdem eine neue Area erschlossen: Die Averna Lounge. Im November 2006 ist eine innovative LED-Lichttechniken eingebaut worden und im September 2008 sind zwei große Smoker-Lounges hinzugekommen und eine zusätzliche Garderobe im Eingangsbereich. Im Juli 2009 wurde die komplette Sanitäranlage abgerissen und durch eine moderne Anlage in doppelter Größe ersetzt. Im November 2011 wurde die gesamte untere Ebene vollständig entkernt und von Grund auf neu gebaut: Mit neuster Technik, einer neuen Lichtanlage, großflächigen Videoanimationen, drei neuen Theken, einer neuen Tanzfläche mit Bühne und DJ Pult und eine große Smokers-Lounge mit eigener Musik und neuer Klimatechnik.

1998 | SPARTAKUS

1998 öffnete dann nach 9-monatiger Umbauphase das Spartakus, die größte Diskothek für Homosexuelle im gesamten Umland, ihre Pforten. Der Name Spartakus sollte Schwule, Transvestiten und Drag-Queens aus mehreren 100 km Umkreis nach Bielefeld locken.

Das DJ Pult wurde in einen Streitwagen eingebaut und nach unten verlegt, und in dem gewonnenen Raum in der Galerie entstand der berühmt/berüchtigte Darkroom, der zum "Stelldichein" einlud. Bereits nach 8 Wochen musste das Spartakus, aufgrund des mangelnden Zuspruchs, wieder schließen.

1995 - 1997 | CAFE EUROPA

1995 öffnete das Cafe Europa unter der Leitung von Markus Kirschner wieder unter seinem alten Namen die Pforten. Im Zenit der House- und Techno-Ära war das Cafe Europa damals in aller Munde. Sven Väth und Steve Mason waren hier neben allen bekannten Techno- und House- DJs zu Gast.

1997 verzettelten sich die Betreiber des Sub (vormals Subway) und des Cafe Europas, aufgrund ihres ähnlichen Programms, in einen "Flyer-Krieg". Gipfel dieses Konflikts war die Razzia, die dem Cafe Europa damals einen schlechten Namen einbrachte. Beide Läden wurden kurz darauf geschlossen.

1992 - 1994 | NACHTROCK/DOWNTOWN/CUBALIBRE

Mit einem völlig anderem Konzept wurde 1992 das Nachtrock eröffnet. Als Pendant zu den Hard-Rock Cafes entstanden in Köln, Düsseldorf und Bielefeld drei Nachtrock-Diskotheken. Mit Gitarrendekoration und Musik von Hardrock bis Heavy Metal hatte das Nachtrock ein einzigartiges Angebot in der Region. Doch nach einem ständigen auf und ab wurde der Laden... 

1993 in Downtown umbenannt. Die Musik und das Konzept blieben bestehen. Zur gleichen Zeit öffnete in Bielefeld an der Jöllenbecker Straße das La Cucaracha unter Andy Fritzen aus München. Von dem Erfolg der mexikanischen Party-Bar beflügelt, wollte er im mittlerweile geschlossenen Downtown... 

1994 das Cubra Libre etablieren. Mit Latino-Musik, Cocktails und latainamerikanischen Flair sollte das Cuba Libre das ganze Jahr über sommerliche Stimmung verbreiten. Jedoch blieb der geplante Pendelbus-verkehr zwischen La Cucaracha und Cuba Libre ebenso aus, wie die Gäste.

1991 | OFREU NEGRO

1991 eröffnete nach langer Umbauphase das Orfeu Negro. Das Konzept sollte das Flair der Weltmetropolen nach Bielefeld holen. Die Musikanlage bestand aus eigens für das Orfeu Negro angefertigten, rot lackierten Hörnern und das DJ Pult wanderte in die rechte Ecke der Gallerie. DJ Moritz besorgte bei den damals angesagten Vinylhändlern Gemini und dem Musikladen die Platten für das 2 m hohe und 6 m breite Regal. Der bisher finanziell aufwendigste Umbau führte trotzdem nicht zum gewünschten Erfolg. 

Bereits nach kurzer Zeit musste das Orfeu Negro wieder schließen. Heute erinnert nur noch die Bodenplatte aus Granit vor dem Cafe Europa an das Orfei Negro.

1988 - 1990 | CAFE EUROPA

Das Cafe Europa erhielt seinen Namen zurück und einen kompletten Umbau, mit dem damals legendären Flugzeug, das direkt aus der Wand an der Bühne ragte. Der Umbau orientierte sich an dem der Diskotheken der späten 80er. Die aufkommende Acid Phase verhalf dem Cafe Europa 1989 dann zu einem wahren Höhenflug. DJ Othello, der seine Mixe von seinen Playlistzetteln spielte, ist wahrscheinlich noch all denen in Erinnerung, die mit Smiley-Kopftüchern in die Nachtwelt eingetaucht sind. Mit dem Abebben des Acid-Trends, war auch das Cafe Europa wieder gestorben.

1987 | CHARLIE BANANA

1987 firmierte das „Opera" zu „Charlie Banana" und man versuchte das Unternehmen mit Konzepten, wie „donnerstags alle Getränke zum halben Preis", über Wasser zu halten. 

Durch die Schließung des Zazoo und die Abtrennung der Gallerie begünstigt, schaffte man es zumindest für kurze Zeit, die Diskothek in der unteren Ebene zu füllen. Zu dieser Zeit begann auch die Erfolgsgeschichte des DJ Woody, bzw. Woody van Eyden, den man heute noch öfter als Gast bei VIVA's Club-Rotation sieht.

1985 | ZITTI / SWING 

Nach dieser Zeit wechselte das Cafe Europa seinen Namen. Werner Held und Bernd Schadebrodt waren die neuen Pächter des „Zitti", einer eher komischen Verdeutschung des Wortes City. Die neuen Besitzer hatten einen Faible für nostalgische Dinge. Entsprechend war die Musik für Leute zwischen 20 und 40. Werner Held nannte „Zitti" ein Kommunikationszentrum mit Veranstaltungscharakter. 

Im gleichen Jahr wechselten die Betreiber nochmals den Namen. Das Cafe Europa hieß jetzt „Swing" und versprach gemischte Tanzmusik mit fröhlicher Clubatmosphäre. Auch die neue Namensgebung konnte das Unternehmen und Konzept nicht in erfolgreiche Bahnen lenken.

1978 - 1984 | COMEBACK / CAFE EUROPA

Erst in den späten Siebzigern wehte ein frischer Wind: Das Night Fever hielt Einzug und die Ära des DJ „Don Ronaldo" begann. Das Cafe Europa hieß jetzt „Comeback". Betreiber waren Karl Linnenbürger und Roland Sanner. Als „ganz neuer Sound" versprach Ronald Sanner 70 000 Plattentitel, Discoatmosphäre und eben wieder jenen legendären Tanztee und namhafte Künstler. Täglich, außer montags, war das Haus von 20.00 Uhr bis 03.00 Uhr geöffnet und bot in seiner Art ein einmaliges Programm: Dienstags und mittwochs den „Ball der einsamen Herzen", sonntags ab 15.30 Uhr die „Seniorendiskothek", ein Tanzvergnügen zu Kaffee und Kuchen, das aber auch bei jüngeren Besuchern beliebt war. Im übrigen war jeden Abend Wunschkonzert nach dem Motto: „Gute Unterhaltung für jung und alt". Das Gästebuch Ronald Sanner´s war lang: Stars wie Roland Kaiser, Juliane Werding, Graham Bonney, Christian Anders, Chris Howland, Roberto Blanco, Martin Mann, Bernhard Brink, Dunja Rajter, Andy Borg oder Howard Carpendale gaben sich die Hand in dem weit über die Grenzen Bielefelds bekannten Cafe Europa. Die Betreiber achteten beim Einlass ihrer Gäste, dass diese nicht ungepflegt gekleidet waren und nicht schon erheblich unter Alkoholeinfluss standen. 
„Diese Toleranz und Liberalität hat uns die Mehrheit der Bevölkerung letztlich nicht gedankt", kommentiert Don Rolando 1984 den ständigen Rückgang der Besucherzahlen. Eine moderne, rastlose und schnelllebige Gesellschaft „fährt" vorbei am Cafe Europa. Am 28. Oktober 1984 schloß Sanner die Tore... und ein Kapitel Gastronomiegeschichte.

1960 - 1977 | CAFE EUROPA

Erst in den späten Siebzigern wehte ein frischer in den Wirtschaftswunderjahren kämpft das Cafe Europa ums Überleben. Das Fernsehen machte alles zunichte, würde man heute resümieren! 
Wer Quiz wollte, blieb daheim: Auf 36er Schwarzweiß-Bildschirmen pulsierte von nun an das „Künstlerdasein". Renommees wie Frankenfeld und Kuhlenkampf machten das Rennen.... 

Dann der „Dolchstoss": Das Europa kränkelte, wie auch die gesamte Innenstadt. Die Band aus Liverpool, die vorher im Cafe Europa residierte verlagerte, wie alle ihre Mitstreiter, den „Tanztee" in Beatschuppen und Vorstadtsäle. Die oftmals verlassenen Kinohallen kämpften mit eben den gleichen Problemen.

1951 - 1959 | CAFE EUROPA

Die Ruine wurde neu aufgebaut und das Innenleben zeitgenössisch rekonstruiert. Der Architekt BDA Heinrich Reckert hatte es zum zweiten mal verstanden, den ehemaligen Charakter zu wahren, und doch so viele moderne, schöne Züge zu verarbeiten. Die Galerie war über dem Orchester- podium unterbrochen worden, und hatte durch das „Europa-Stübchen" eine originelle Erweiterung erfahren. Man ging wieder ins Konzert-Cafe, das Publikum der „aufstrebenden Republik" suchte Amüsement: Das Cafe Europa etablierte sich zu dieser Zeit als Forum für Big-Band Sound, Gäste-Tanz-Turnier und Swing Appeal. Die Liste der Stars, die umjubelt wurden, scheint endlos... 

Da war zum Beispiel jener Harry Diehl-Renard, der schmunzelnde Philosoph, der 1958 seine tägliche Show im „Europa" hatte, ein Meister des Nachkriegskabarett, im schwarzen Smoking.

1944 - 1950 | RUINE

Am 06. August 1944 fielen nicht weniger als sieben Bomben auf das Gebäude. Von dem stattlichen Haus blieb wenig, von dem Cafe selbst nichts übrig, außer sein guter Name. Der Bombenangriff löscht die sechs Meter hohe Lichtsäule und die allegorischen Wandzeichnungen aus. Man versuchte mit schweren Trägern und dicken Balken die Fassade vor dem Einsturz zu bewahren. 

Das Bauaufsichtsamt forderte den Abbruch, so dass nur wenige an einen Wiederaufbau glaubten.

1931 - 1943 | CAFE EUROPA

Man ging ins Konzert-Cafe, damals im Jahre 1930, genoss den Tanztee am Nachmittag mit dem Tangogeiger, der mit flüsterndem Instrument von Tisch zu Tisch den Besuchern Musikgenuss beson-derer Art bescherte, erquickte sich abends am Orchestersound namenhafter Kapellen und Bandleader, lachte über Conférenciers und Alleinunterhalter... 

Das Konzertcafe „Cafe Europa" war geboren. Die Lebenshungrigen unter den damals 100.000 Tausend Einwohnern vergnügen sich auf zwei Etagen. Der umlaufende Balkon bot den besten Blick auf die Tanzenden, das Varieté und den pulsierenden Jahnplatz. Bald war es weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und erfreute sich weit und breit des besten Rufes. 

Das Grundstück und die Gaststätte waren im Besitz der Familie Schäfermeister.

1930 | CAFE EUROPA

Die alte, angesehene Gaststätte "Goldener Stern" musste der Großstadt weichen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn am gleichen 01. Oktober, an dem Bielefeld Großstadt wurde, stellte sich das neue, moderne Cafe Europa zum ersten mal seinen Gästen vor.

1929 | GOLDENER STERN

Dort, wo heute das Cafe Europa steht, war in früheren Zeiten der „Goldener Stern", eine alte und bekannte Fuhrmannskneipe, in der die Bauern und Fuhrleute vom Lande ausspannten und ihr Glas Bier tranken. Das Grundstück und die Gaststätte waren im Besitz der Familie Schäfermeister.